Was bedeutet gemeinsames Sorgerecht?
Das Sorgerecht
Eltern eines gemeinsamen Kindes haben automatisch das gemeinsame Sorgerecht, wenn sie zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet sind oder waren. Das gleiche trifft zu, wenn die gemeinsame Sorgeerklärung beim einem Jugendamt oder Notar beurkundet wurde. Die bestehende gemeinsame Sorge kann nur durch eine Entscheidung des Familiengerichts geändert werden.
Wo kann ich das gemeinsame Sorgerecht beurkunden lassen?
Für ein Kind, dessen Eltern zum Zeitpunkt der Geburt nicht mit einander verheiratet sind oder waren, kann die gemeinsame Sorge beim Fachdienst Kinder, Jugend und Familie (Jugendamt) in Form einer Urkunde erklärt werden. Die Beurkundung ist auch vor Geburt des Kindes möglich.
Weitere Infos zur Beistandschaft
Kontakt
Habe ich als Mutter automatisch das Sorgerecht?
Ist eine Frau zum Zeitpunkt der Geburt nicht (mit dem Vater) verheiratet, hat sie kraft Gesetz das alleinige Sorgerecht. Das gilt nicht, wenn (vorgeburtlich) die Vaterschaft und die gemeinsame Sorge beurkundet wurde. Dann teilen sich die Eltern die gemeinsame Sorge für ihr Kind.
Kontakt
Habe ich als Vater automatisch das Sorgerecht?
Wenn der Vater zum Zeitpunkt der Geburt nicht mit der Mutter verheiratet ist, hat diese kraft Gesetz das alleinige Sorgerecht. Das gilt nicht, wenn (vorgeburtlich) die Vaterschaft und die gemeinsame Sorge beurkundet wurde. Dann teilen sich die Eltern die gemeinsame Sorge für ihr Kind.
Wann muss ich meine Vaterschaft anerkennen lassen und wo mache ich das?
Eine Verpflichtung zur Klärung der rechtlichen Vaterschaft besteht nicht. Allerdings hat das Kind gegenüber seiner Mutter einen Anspruch auf Klärung seiner Abstammung. Erst durch eine wirksame Vaterschaftsfeststellung können Unterhaltsansprüche geltend gemacht werden.
Für ein Kind, dessen Eltern zum Zeitpunkt der Geburt nicht miteinander verheiratet sind oder waren, kann die Vaterschaft beim Fachdienst Kinder, Jugend und Familie (Jugendamt) in Form einer Urkunde anerkannt werden. Die Beurkundung ist auch schon vor Geburt des Kindes möglich. Wenn das Kind geboren ist, kann die Vaterschaft auch beim Standesamt oder Notar beurkundet werden.
Weitere Infos zur Beistandschaft
Kontakt
Wenn ich kein Sorgerecht habe, wie kann dann ein Vater festgestellt werden?
Der Amtsvormund kann dabei helfen, dass ein Vater festgestellt wird. Wenden Sie sich in einem solchen Fall an den zuständigen Amtsvormund, um das Vorgehen zu besprechen. Die Vaterschaft wird dann ggf. mit Hilfe einer Beistandschaft festgestellt.
Habe ich das Sorgerecht für mein Kind, wenn ich noch minderjährig bin?
Grundsätzlich hat eine nicht verheiratete Mutter das alleinige Sorgerecht. Wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes allerdings noch minderjährig ist, wird automatisch eine sog. „gesetzliche Vormundschaft“ für das Kind eingerichtet. Die sog. „Amtsvormundschaft“ wird vom ansässigen Jugendamt übernommen. Da die Mutter noch minderjährig ist und damit nach dem Gesetz nur beschränkt geschäftsfähig, möchte der Gesetzgeber sicherstellen, dass das Kind ausreichend unterstützt wird. Das Kind bleibt, sofern es da keine Probleme gibt, in der Obhut der minderjährigen Mutter und wird in alle Entscheidungen eingebunden.
Was ist ein Vormund?
Eine Vormundschaft kann kraft Gesetz eintreten oder durch das Amtsgericht bestellt werden.
Eine gesetzliche Vormundschaft tritt bei der minderjährigen Mutterschaft automatisch ein. Diese Vormundschaft endet, sobald die Mutter volljährig wird. Die „automatische“ Vormundschaft gilt nicht, wenn der Vater des Kindes volljährig ist, die Vaterschaft vor der Geburt festgestellt ist und die Eltern eine Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge abgegeben haben.
Die bestellte Vormundschaft erfolgt durch Beschluss des Amtsgerichtes, wenn Eltern – aus verschiedensten Gründen – sich nicht um ihre Kind(er) kümmern können.
Wenn sich keine geeignete Person in der Familie, durch einen Verein oder einen ehrenamtlichen Vormund findet, wird die Stadt Salzgitter als „Amtsvormund“ bestellt.
Die eigentliche Führung einer Vormundschaft erfolgt dabei im Rahmen des Privatrechts. Die Personen, die die Vormundschaft führen, erfüllen weitgehend die Aufgaben, die ohne diese Vormundschaft von den Eltern ausgeübt werden müssten. Die eigentliche Betreuung des Kindes wird dabei in der Regel anderen Personen und/oder Stellen übergeben. Ein Vormund vertritt die Person, über welche die Vormundschaft geführt wird damit in allen Angelegenheiten (in denen diese nicht selbst entscheiden kann).
Beispiele:
- Eröffnung eines Sparbuches
- Erlaubnis zu einer Operation
- Schulwechsel
- Festlegung des Wohnorts
Für den Bereich der Vormundschaft bestehen weitergehende Bestimmungen, die aufgrund ihrer Komplexität hier nicht im Einzelnen dargestellt werden können.
Wann endet die Amtsvormundschaft?
Die gesetzliche Amtsvormundschaft endet mit der Volljährigkeit der Mutter.
Eine bestellte Amtsvormundschaft endet durch Rückübertragung des Sorgerechts, Übertragung an einen anderen Vormund z.B. innerhalb der Familie oder ebenso durch Volljährigkeit des Mündels.