Wann wird Social Media oder Gaming zu viel?
Es gibt nicht nur eine Sucht nach Alkohol oder Zigaretten. Man kann auch abhängig von Social Media, Games oder anderen digitalen Angeboten werden, zum Beispiel von Online-Casinos.
Anzeichen dafür können sein, dass du sehr viel Zeit am Handy oder Computer verbringst und die Nutzungszeiten immer länger werden. Vielleicht denkst du fast nur noch an Social Media oder Gaming und es fällt dir schwer, es weniger zu nutzen. Schule, Ausbildung oder soziale Kontakte können darunter leiden. Manche Menschen werden wütend, gereizt oder traurig, wenn sie nicht online sein können. Auch körperliche Probleme wie Schlafmangel oder Kopf- und Rückenschmerzen können auftreten.
Wichtig ist: Beobachte dich selbst und nimm deine Gefühle ernst. Wenn du merkst, dass dir dein Medienkonsum nicht guttut, hol dir Hilfe. Sprich mit Menschen, denen du vertraust. In Salzgitter bietet zum Beispiel die AWO Salto Suchthilfe (Öffnet in einem neuen Tab) auch Unterstützung zum Thema Mediensucht an.
Ort
AWO-Salto Suchthilfe Salzgitter
Berliner Straße 78
38226 Salzgitter
Zeiten / Hinweise
Montag bis Freitag: 8.30 bis 12.30 Uhr
Montag bis Donnerstag: 13.30 bis 17 Uhr
Nebenstelle in Salzgitter-Bad:
Friedrich-Ebert-Straße 57
38259 Salzgitter-Bad
Kontakt
Wie mache ich mein Social-Media-Profil sicher?
Du kannst viel dafür tun, um dich im Internet zu schützen. Stelle deine Profile am besten auf „privat“, damit nicht jede fremde Person alles über dich sehen kann. Du entscheidest selbst, wen du als Kontakt annimmst.
Achte darauf, nicht zu viele persönliche Daten zu teilen. Niemand zwingt dich oder darf dich zwingen, deine Adresse, Telefonnummer, deinen echten Namen oder Informationen über Schule und Alltag öffentlich zu machen. Nimm dir Zeit, die Einstellungen der einzelnen Apps kennenzulernen, denn jede Plattform funktioniert etwas anders.
Vorsicht ist besser als späterer Ärger.
Warum sind sichere Passwörter wichtig?
Passwörter schützen deine Accounts - zum Beispiel bei Social Media, Games oder Online-Shops. Wenn jemand dein Passwort kennt, kann sich diese Person als du ausgeben.
Ein gutes Passwort ist mindestens zehn Zeichen lang und besteht aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Sonderzeichen. Dein Passwort sollte keine persönlichen Infos enthalten und nicht auf mehreren Seiten gleichzeitig genutzt werden. Dein Passwort gehört nur dir, auch Freundinnen, Freunde oder Familie müssen es nicht wissen.
Zusätzlich kannst du die "Zwei-Faktor-Authentifizierung" nutzen. Dabei brauchst du beim Einloggen einen extra Code, den du zum Beispiel per SMS oder über eine App bekommst. Das macht deine Konten deutlich sicherer.
Auch sogenannte "Passkeys" können hier einen weiteren Schutz bieten. Viele Apps und Internetseiten bieten diesen Schutz schon an.
Was sollte ich lieber nicht posten?
Alles, was du im Internet teilst, kann gespeichert und weiterverbreitet werden. Manche Inhalte können dir später Probleme machen, zum Beispiel beleidigende Kommentare, peinliche Fotos oder private Informationen.
Überlege vor dem Posten, ob du damit einverstanden wärst, wenn viele Menschen das sehen. Wenn du unsicher bist, lass es lieber.
Was mache ich bei Challenges oder Kettenbriefen?
Im Internet gibt es immer wieder Challenges, Mutproben oder Kettenbriefe. Manche sind harmlos, andere können gefährlich sein oder Angst machen, besonders für jüngere Kinder.
Du solltest bei nichts mitmachen, wobei du dich unwohl fühlst oder bei dem du oder andere in Gefahr geraten könnten.
Denk daran: Was einmal im Internet ist, bleibt oft dort. Poste nichts, was dir später peinlich sein oder dich und andere ernsthaft verletzen könnte.
Was kann ich tun, wenn ich online gemobbt werde?
Online-Mobbing ist verletzend und nicht erlaubt. Du bist daran nicht schuld.
Sichere zuerst Beweise, zum Beispiel mit Screenshots (Datum und Uhrzeit nicht vergessen). Reagiere nicht auf die Angriffe, sondern melde die Inhalte bei der jeweiligen Plattform und blockiere die Personen. Sehr wichtig ist, dass du mit jemandem darüber sprichst, dem du vertraust, zum Beispiel mit Eltern, Lehrkräften oder der Schulsozialarbeit.
Wenn sich die Situation nicht klärt oder die Täterinnen oder Täter unbekannt sind, kannst du Anzeige bei der Polizei erstatten. Wenn du minderjährig bist, brauchst du dafür Unterstützung von deinen Eltern. Hilfe bekommst du auch bei JUUUPORT (Öffnet in einem neuen Tab), einer Beratungsstelle speziell für junge Menschen.
Mein Bild oder Video wurde ohne meine Erlaubnis geteilt. Was kann ich tun?
Niemand darf Bilder oder Videos von dir veröffentlichen, wenn du nicht zugestimmt hast – auch deine Eltern und Freunde dürfen das nicht, wenn du das nicht willst! Das gilt auch für Messenger wie WhatsApp (z.B. Stories, in denen Eltern gerne Bilder posten ohne dich zu fragen).
Fordere die Person auf, das Bild zu löschen, und melde bei Bedarf den Beitrag bei der Plattform. Sichere, wenn nötig, Beweise mit Screenshots. Wenn das Material nicht entfernt wird, kannst du Anzeige bei der Polizei erstatten. Wenn du minderjährig bist, brauchst du dabei Unterstützung von deinen Eltern.
Was tun, wenn mich Fremde anschreiben und sexuell belästigen?
Schicke fremden Personen niemals private Daten, Fotos oder Videos von dir! Manche Menschen geben sich freundlich aus, tun so, als wären sie in deinem Alter oder bieten Geschenke an. Oft folgen dann sexuelle Nachrichten, Aufforderungen oder sogar Drohungen.
Gehe darauf nicht ein. Sammle Beweise, blockiere die Person und melde den Kontakt bei der Plattform. Sprich unbedingt mit einer Vertrauensperson darüber. Du musst dich nicht schämen, denn du hast nichts falsch gemacht.
Der Versuch, mit Minderjährigen sexuelle Kontakte aufzunehmen, ist strafbar. Zusammen mit deinen Eltern oder deiner sorgeberechtigten Person kannst du Anzeige bei der Polizei erstatten. Hier findest du Kontaktdaten zur Polizei, wenn ihr einen Termin machen wollt: Polizei Salzgitter (Öffnet in einem neuen Tab).
Ungewollte intime Bilder („Dickpics“) – was kann ich tun?
Wenn dir fremde Personen ungefragt intime Bilder schicken, ist das nicht erlaubt. Mache Screenshots mit sichtbarem Nutzernamen oder Nummer. Über die Seite Dickstinction (Öffnet in einem neuen Tab) kannst du schnell und einfach Anzeige erstatten.
Blockiere den Kontakt, melde ihn bei der Plattform und antworte nicht. Sprich auch hier mit Menschen, denen du vertraust. Wenn du dich sehr belastet fühlst, kannst du dich an kostenlose Hilfsangebote wie z.B. JUUUPORT (Öffnet in einem neuen Tab) wenden.
Was ist Sexting und worauf sollte ich achten?
Sexting bedeutet, intime oder nackte Bilder oder Videos zu verschicken, zum Beispiel in einer Beziehung. Das kann riskant sein, weil Bilder weitergeleitet oder später gegen dich verwendet werden können, etwa nach einer Trennung.
Wenn du solche Bilder machst, achte darauf, dass man dich nicht erkennen kann, zum Beispiel durch Gesicht, Tattoos oder andere Merkmale (Muttermal/Leberfleck/etc.). Lösche die Bilder später von deinem Handy. Wenn intime Inhalte ohne dein Einverständnis verbreitet werden, kannst du Anzeige erstatten. Minderjährige brauchen dabei Unterstützung von ihren Eltern. Denk dran, dass Bilder/Videos von minderjährigen als Kinder-/Jugendpornografie gewertet werden und das ist strafbar – egal ob du die Person kennst oder nicht. Auch WhatsApp-Sticker die sowas zeigen, sind eine Gefahr für dich. Schütze dich und lösch sowas lieber gleich.
Was ist Cybergrooming?
Cybergrooming bedeutet, dass Erwachsene im Internet gezielt Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen aufnehmen, um Vertrauen aufzubauen. Oft werden sie sehr persönlich, wollen Geheimnisse teilen oder bitten um Bilder. Sie machen dir auch Geschenke in Spielen oder Apps (Skins, Guthaben, etc.). Sei hier lieber misstrauisch und höre auf dein Bauchgefühl. Meist haben Menschen nicht einfach so etwas zu verschenken. Verrate fremden Menschen keiner persönlichen Dinge wie Name, Wohnort, Schule oder anderes.
Wenn dir so etwas passiert, brich den Kontakt ab, sammle Beweise und hol dir sofort Hilfe bei Erwachsenen oder Beratungsstellen.
Wie erkenne ich gefährliche oder extremistische Inhalte im Netz?
Extremistische Gruppen nutzen Social Media und Online-Games, um junge Menschen anzusprechen. Sie wirken oft freundlich und versuchen langsam, ihre Ideen zu verbreiten.
Wenn dir Inhalte Angst machen, Hass verbreiten oder sehr einseitig wirken, sei vorsichtig. Sprich mit Vertrauenspersonen darüber, sichere Beweise und melde die Profile. Radikalisierung passiert oft schleichend, aber es gibt immer Hilfe und Wege da wieder heraus, zum Beispiel über Beratungsstellen.
Beeinflussen Influencerinnen und Influencer meine Meinung?
Influencerinnen und Influencer zeigen oft nur schöne Seiten ihres Lebens beziehungsweise das, was du du sehen sollst. Viele Inhalte sind Werbung. Nicht alles, was gesagt wird, ist richtig oder ehrlich.
Informiere dich auch selbst und hinterfrage Aussagen kritisch. Du darfst dein Idol mögen und trotzdem eine eigene Meinung haben.
Was sind Fake News?
Im Internet gibt es auch falsche Nachrichten. Manche werden extra verbreitet, um Menschen zu beeinflussen.
Nimm dir Zeit zum Prüfen. Schau, ob andere seriöse Seiten darüber berichten oder nutze Faktencheck-Seiten wie Mimikama (Öffnet in einem neuen Tab) oder correctiv (Öffnet in einem neuen Tab). Auch eine Rückwärts-Bildersuche kann helfen.
Verbreite keine Nachrichten, wenn du dir nicht sicher bist, dass sie stimmen. So kannst du die Fake News Kette einreißen.
Woran erkenne ich, ob eine App sicher ist?
Nicht jede App geht gut mit deinen Daten um. Achte darauf, welche Zugriffe sie verlangt und ob diese wirklich nötig sind. Lade Apps nur aus offiziellen App-Stores herunter und nutze lieber wenige als zu viele Apps. Mach dich auch im Internet schlau, was andere so denken.
Oft kann es auch ein Zeichen sein, wenn dein Akku auf einmal ganz schnell leer ist und du kaum was am Handy machst. Dann kann im Hintergrund eine App arbeiten und dabei Dinge machen, die du vielleicht gar nicht willst.
Wie kann ich ein Handy für jüngere Kinder sicher machen?
Zuallererst bist du nicht die verantwortliche Person, die sowas einstellen sollte, sondern die Eltern beziehungsweise eine sorgeberechtigte Person. Wenn du ihnen dabei helfen möchtest um z.B. deine Geschwister vor Gefahren im Internet zu schützen, ist das aber vollkommen okay.
Für jüngere Kinder gibt es Einstellungen, mit denen Inhalte eingeschränkt und Bildschirmzeiten begrenzt werden können. So lassen sich Kinder besser schützen. Sprich mit Eltern oder anderen Erwachsenen darüber, welche Einstellungen sinnvoll sind. Hilfe bei den unterschiedlichen Geräten und Apps/Programmen findest du auf jeden Fall auch online auf der Website Medien kindersicher (Öffnet in einem neuen Tab).
Wo bekomme ich Hilfe, wenn mir online etwas Unangenehmes passiert ist?
Wenn dir im Internet etwas Schlimmes passiert, bist du nicht allein. Du kannst mit Eltern, Lehrkräften oder anderen Erwachsenen sprechen. Es gibt auch anonyme Beratungsangebote im Internet und am Telefon.
Hilfe zu holen ist kein Petzen, sondern mutig und richtig.
Wie kann ich mich mit Social Media kreativ entfalten?
"Social Media" bzw. die "sozialen Medien" bieten viele Möglichkeiten, kreativ zu sein und Spaß zu haben. Du kannst zeigen, was dich interessiert, was dir wichtig ist und was du kannst. Viele nutzen Social Media, um Fotos zu machen, Videos zu drehen, Musik zu teilen, Texte zu schreiben oder ihre Meinung zu Themen zu sagen, die sie bewegen.
Du darfst Neues ausprobieren und deinen eigenen Stil entwickeln. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, dich auszudrücken und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Social Media kann verbinden, Austausch ermöglichen und dir das Gefühl geben, dazuzugehören. Denn auch deine Stimme zählt.
Kreativ zu sein heißt auch, Dinge zu lernen. Du kannst Ideen von anderen aufgreifen, dich inspirieren lassen und selbst etwas Eigenes daraus machen. Dabei entscheidest du, was du teilen möchtest und wie viel du von dir zeigen willst. Unter "Was sollte ich lieber nicht posten" oder "Wie mache ich mein Social-Media-Profil sicher" geben wir dir ein paar Hinweise, was du hierbei zu deiner eigenen Sicherheit beachten solltest.
Wenn du Lust hast, dich gemeinsam mit anderen kreativ auszuprobieren, gibt es dafür auch Angebote vor Ort. In Jugendangeboten (Öffnet in einem neuen Tab) der Stadt Salzgitter oder bei der Volkshochschule Salzgitter (Öffnet in einem neuen Tab) kannst du neue Fähigkeiten lernen, zum Beispiel im Bereich Medien, Foto, Video oder Social Media. Dort bekommst du Unterstützung, kannst Fragen stellen und deine Ideen weiterentwickeln. Jüngere Kinder finden auch Ferien-Workshops beim Medienzentrum (Öffnet in einem neuen Tab) der Stadt Salzgitter.
Social Media kann ein Raum sein, in dem du wächst, dich ausprobierst und sichtbar wirst – auf deine Art und in deinem Tempo.